Nina Fischer

Nina Fischer ist promovierte Kulturanthropologin mit Spezialisierung auf ostafrikanische Ethnologie und 14 Jahren Feldforschungserfahrung in pastoralistischen und semi-traditionellen Gemeinschaften Kenias und Tansanias. Sie arbeitet als wissenschaftliche Beraterin für ethischen Kulturtourismus und lehrt interkulturelle Kompetenz an der Universität Wien.

Nina Fischer studierte Ethnologie und Afrikawissenschaften an der Universität zu Köln und promovierte 2011 über Tourismus-Impacts auf pastorale Maasai-Gemeinschaften in Nordtansania. Sie verbrachte insgesamt fünf Jahre in längeren Feldforschungsaufenthalten in Ostafrika, lebte in verschiedenen Communities und spricht fließend Swahili sowie Grundlagen des Maa. Ihre Forschung fokussiert sich auf die Machtverhältnisse in Tourist-Community-Begegnungen, ethische Dorfbesuchs-Protokolle und die Unterscheidung zwischen authentischen Kulturerlebnissen und touristischer Inszenierung. Nina hat mehrere Ethik-Guidelines für kulturellen Tourismus mitverfasst und berät NGOs und Reiseveranstalter bei der Entwicklung community-kontrollierter Besuchsprogramme. Sie ist Expertin für interkulturelle Kommunikation, Reziprozität in asymmetrischen Begegnungen und die Dekolonisierung von Tourismus-Praktiken. Nina lehrt seit 2016 an der Universität Wien Seminare über Ethik des Kulturtourismus und Interkulturelle Begegnungen in Machtgefällen. Sie ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde und publiziert regelmäßig über die unbeabsichtigten negativen Effekte gut gemeinter, aber schlecht strukturierter Dorfbesuche. In ihren Artikeln hilft sie Reisenden, paternalistische Muster zu erkennen und zu überwinden, Begegnungsqualität durch gegenseitigen Respekt zu sichern und traditionelles Wissen als hochentwickelt statt primitiv zu verstehen. Ihr Ton ist macht-sensibel, muster-erkennend und transformativ. Ein typischer Artikel: Das Helfer-Syndrom überwinden: Wie Sie von Retter zu Partner auf Augenhöhe werden in 5 Schritten.