Publié le 15 mars 2024

Eine Flugsafari ist kein bloßer Zeitgewinn, sondern ein Instrument zur Landschaftsanalyse, das verborgene ökologische Muster sichtbar macht.

  • Die Makro-Perspektive enthüllt Wanderkorridore und Systemzusammenhänge, die am Boden unsichtbar bleiben.
  • Eine gezielte Routenplanung (z. B. Einwegstrecken) maximiert die Vielfalt der erlebten Ökosysteme bei minimaler Transferzeit.

Empfehlung: Planen Sie Ihre Route nicht nach Sehenswürdigkeiten, sondern nach ökologischen Zonen, um die Reise in eine tiefgreifende Lernerfahrung zu verwandeln.

Die unendliche Weite der Savanne vom Boden aus zu betrachten, ist ein ergreifendes Erlebnis. Man spürt die Hitze, riecht die Erde und hört die Geräusche der Wildnis. Doch oft bleibt ein Gefühl der Fragmentierung: Man sieht eine Elefantenherde an einem Wasserloch, eine Giraffe, die an Akazienblättern knabbert, und Gnus, die über eine Ebene ziehen. Aber was verbindet diese Szenen? Die üblichen Ratschläge für Safaris konzentrieren sich auf die beste Ausrüstung, die spektakulärsten Lodges oder das Sparen von Reisezeit. Sie behandeln die Flugsafari oft nur als schnelles Taxi von einem Luxuscamp zum nächsten.

Doch was wäre, wenn der eigentliche Wert der Flugsafari nicht in der Geschwindigkeit, sondern in der Perspektive liegt? Was, wenn der Flug selbst das entscheidende Erlebnis ist, um die Landschaft nicht nur zu sehen, sondern sie zu lesen? Die wahre Stärke der Vogelperspektive liegt darin, die unsichtbare Grammatik eines Ökosystems zu enthüllen. Aus der Luft werden die feinen Linien der Wildwechsel, die Logik der Wasserläufe und die Abhängigkeit der Vegetation von der Topografie plötzlich zu einem kohärenten Ganzen. Die Landschaft wird zu einem offenen Buch, das von Überlebensstrategien, uralten Wanderungen und den subtilen Gesetzen der Natur erzählt.

Dieser Artikel verlässt die ausgetretenen Pfade der reinen Logistik und des Luxus. Stattdessen nehmen wir die Perspektive eines Landschaftsökologen ein, um zu verstehen, wie Sie eine Flugsafari strategisch nutzen können. Wir werden entschlüsseln, wie die Sicht von oben Wanderkorridore sichtbar macht, die am Boden verborgen bleiben, wie Sie das richtige Fluggerät für Ihre Erkenntnisziele wählen und wie Sie Ihre Route so optimieren, dass Sie eine maximale Vielfalt an Ökosystemen mit minimalen Transferzeiten erleben. Es geht darum, die Reise selbst in ein Analysewerkzeug zu verwandeln.

Der folgende Leitfaden ist in logische Abschnitte unterteilt, um Ihnen zu helfen, die strategischen Vorteile einer Flugsafari vollständig zu erfassen und für Ihre nächste Reise zu nutzen. Von der Entschlüsselung von Tiermustern bis zur Optimierung Ihrer Reiseroute bietet jeder Teil praktische Einblicke.

Warum Flugsafaris Tierwanderungskorridore zeigen, die vom Boden unsichtbar sind?

Am Boden erscheint die Bewegung von Wildtieren oft zufällig. Eine Herde Gnus zieht in eine Richtung, Zebras in eine andere. Die treibenden Kräfte hinter diesen Bewegungen bleiben verborgen. Aus der Luft ändert sich dieses Bild dramatisch. Die Landschaft offenbart ihre Struktur, und die scheinbar willkürlichen Pfade der Tiere fügen sich zu einem logischen Netzwerk zusammen: den funktionalen Korridoren. Diese Korridore sind keine ausgetretenen Autobahnen, sondern subtile Linien in der Topografie – trockene Flussbetten, Vegetationsgrenzen oder sanfte Senken –, die den Tieren den Weg des geringsten Widerstands oder den sichersten Pfad weisen.

Die „Great Migration“ in Ostafrika ist das monumentalste Beispiel für dieses Phänomen. Eine Studie belegt, dass bei einer der größten Tierwanderungen weltweit über 2 Millionen Tiere jährlich bis zu 3.000 Kilometer zwischen der Serengeti und der Masai Mara zurücklegen. Eine solche Distanz ist vom Boden aus unmöglich zu erfassen. Aus der Luft hingegen wird das Ausmaß der Bewegung und die Abhängigkeit von saisonalem Regen und frischem Gras als treibende Kraft sichtbar. Man erkennt, wie sich die riesigen Herden wie ein einziger Organismus entlang der Wasseradern und Vegetationsfronten bewegen.

Ein konkretes Beispiel ist das Loliondo Wildkontrollgebiet östlich der Serengeti. Dieses Gebiet dient als entscheidender Migrationspfad für die Herden, wenn sie im Juli nordwärts ziehen. Vom Boden aus ist es nur ein weiteres Stück Savanne, doch aus der Luft wird seine strategische Bedeutung als Verbindungsstück zwischen zwei Kerngebieten offensichtlich. Die Flugsafari transformiert die Beobachtung von Tieren in eine Analyse ihres Verhaltens im Kontext ihrer Umgebung. Sie beantwortet nicht nur die Frage „Wo sind die Tiere?“, sondern vor allem „Warum sind sie genau hier?“.

Wie Sie zwischen Flugzeug-Safari und Ballon-Fahrt für Ihre Ziele wählen?

Die Wahl des Fluggeräts ist eine strategische Entscheidung, die Ihre Beobachtungsziele direkt beeinflusst. Es geht nicht nur um das Erlebnis, sondern um die Art der „Landschafts-Lektüre“, die Sie anstreben. Kleinflugzeug und Heißluftballon bieten zwei fundamental unterschiedliche Perspektiven auf das Ökosystem. Ihre Entscheidung sollte davon abhängen, ob Sie die Makro-Zusammenhänge verstehen oder die Mikro-Details intim erleben möchten. Das Kleinflugzeug ist das Werkzeug des Landschaftsökologen, der Ballon das des Naturbeobachters.

Ein Kleinflugzeug, oft eine Cessna Caravan, ermöglicht es, große Distanzen schnell zu überbrücken und gezielte Routen zu fliegen. Aus einigen hundert Metern Höhe offenbart sich die Grammatik der Landschaft: Wie Flussdeltas ein Mosaik bilden, wie Savannen in Wälder übergehen und wie geologische Formationen die Vegetation und damit die Tierverteilung steuern. Sie können den Piloten bitten, eine Schleife über einem bestimmten Gebiet zu fliegen oder die Höhe anzupassen, um die Zusammenhänge besser zu erfassen. Die Perspektive ist analytisch und umfassend. Im Gegensatz dazu bietet eine Heißluftballonfahrt ein fast geräuschloses, kontemplatives Erlebnis. Angetrieben vom Wind, gleiten Sie sanft über die Landschaft, meist in geringerer Höhe und mit langsamerer Geschwindigkeit. Diese Perspektive ist ideal für intime Beobachtungen von Tierherden, ohne sie zu stören. Sie hören die Laute der Tiere und sehen Details im Verhalten, die aus größerer Höhe verborgen bleiben.

Splitscreen-Ansicht zeigt Kleinflugzeug über Savanne links und Heißluftballon über Tierherden rechts

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, welches Fluggerät am besten zu Ihren Zielen passt – dem strategischen Überblick oder der stillen Beobachtung.

Vergleich von Kleinflugzeug- und Heißluftballon-Safaris
Kriterium Kleinflugzeug-Safari Heißluftballon-Safari
Flughöhe Wenige hundert Meter, flexibel anpassbar Variabel, windabhängig
Geräuschpegel Motorengeräusche vorhanden Nahezu geräuschlos
Streckenlänge 30 Minuten bis 1,5 Stunden zwischen Camps Sanfter Sonnenaufgangsflug über lokales Gebiet
Flexibilität Gezielte Routen möglich Windabhängige Route
Beste Zeit Ganzjährig möglich Ideal bei Sonnenaufgang

Flugsafari als Transportmittel: 3 unzugängliche Camps, die nur per Kleinflugzeug erreichbar sind

Während der Flug selbst ein Analyseinstrument ist, bleibt seine Funktion als Transportmittel entscheidend, um in die entlegensten und ökologisch intaktesten Gebiete Afrikas vorzudringen. Viele der exklusivsten Lodges und Camps sind bewusst an Orten errichtet worden, die über Land nicht oder nur unter extremem Aufwand erreichbar sind. Diese geografische Isolation ist kein Nachteil, sondern ein zentraler Bestandteil ihres Konzepts: Sie garantiert minimale menschliche Störungen und ein maximal authentisches Naturerlebnis.

Das Okavango Delta in Botswana ist hierfür das Paradebeispiel. Viele Lodges liegen tief im Herzen des Deltas und sind teilweise ganzjährig von Wasser umgeben. Ein Landweg existiert schlichtweg nicht. Die Anreise per Kleinflugzeug ist die einzige Möglichkeit, diese Oasen der Wildnis zu erreichen. Der Anflug selbst wird zur ersten Safari: Aus der Luft erkennt man das Labyrinth aus Wasserwegen, Inseln und Lagunen, das die Region prägt, und landet auf einer einfachen Piste mitten im Busch. Ähnlich verhält es sich mit Camps im unteren Sambesi-Tal in Sambia oder in abgelegenen Teilen des Katavi-Nationalparks in Tansania.

Diese Exklusivität dient direkt dem Naturschutz, wie Safari-Experten von Madiba.de in ihrem Botswana-Reiseführer betonen:

Botswana möchte seine Natur- und Tiervielfalt schützen und verfolgt die Philosophie eines individuellen Tourismus.

– Madiba.de Safari-Experten, Flugsafari Botswana Guide

Diese Philosophie spiegelt sich in der Infrastruktur wider. Die strenge Begrenzung der Gästezahlen, die oft bei maximal 8-10 Zimmern pro Lodge liegt, ist nur durch die kontrollierte Zugänglichkeit per Flugzeug durchsetzbar. So wird die Flugsafari zum Garanten für ein nachhaltiges Tourismusmodell, das die unberührte Natur, die es erschließt, aktiv schützt.

Die 4 Unterschiede zwischen Safari-Kleinflugzeugen und Linienmaschinen, die Angst auslösen

Für viele Reisende, die an den Komfort und die standardisierten Abläufe von Linienflügen gewöhnt sind, kann der erste Flug in einem kleinen Buschflugzeug eine Quelle der Beunruhigung sein. Die geringere Flughöhe, die sichtbaren Bewegungen des Piloten, die Geräusche und die Landung auf einer unbefestigten Piste sind ungewohnt. Doch diese Unterschiede sind keine Anzeichen für mangelnde Sicherheit, sondern notwendige Anpassungen an die besonderen Bedingungen der Wildnis. Das Verständnis der Gründe hinter diesen Unterschieden ist der beste Weg, um Ängste abzubauen.

Ein wesentlicher Unterschied ist die Gepäckbegrenzung: Meist sind nur 15 kg in weichen Reisetaschen erlaubt. Dies hat einen einfachen physikalischen Grund: In kleinen Flugzeugen muss das Gewicht präzise verteilt werden, und Hartschalenkoffer lassen sich im engen Stauraum nicht flexibel unterbringen. Auch die Pflicht, ein Körpergewicht über 100 kg bei der Buchung anzugeben, dient ausschließlich der korrekten Gewichts- und Balancekalkulation für maximale Sicherheit. Ein weiterer Punkt ist die Start- und Landebahn. Buschflugzeuge wie die Cessna Caravan sind als STOL-Flugzeuge (Short Take-Off and Landing) konzipiert. Ihre Fähigkeit, auf sehr kurzen, unbefestigten Pisten zu operieren, ist genau das, was den Zugang zu entlegenen Gebieten ermöglicht. Die Piloten sind speziell für diese anspruchsvollen Bedingungen ausgebildet und überprüfen die Maschine vor jedem einzelnen Flug.

Die geringere Flughöhe und die wahrnehmbaren Turbulenzen sind ebenfalls normal. Kleinflugzeuge fliegen unterhalb der großen Luftstraßen und sind daher den thermischen Strömungen näher an der Erdoberfläche ausgesetzt. Dies führt zu leichten « Wacklern », die für das Flugzeug jedoch völlig ungefährlich sind. Schließlich unterliegen alle lizenzierten Flug-Charter-Unternehmen internationalen Sicherheitsstandards. Die Flugzeuge werden regelmäßig gewartet, und die Piloten durchlaufen strenge Schulungen – viele von ihnen sammeln im Busch wertvolle Erfahrungen, bevor sie zu großen Fluggesellschaften wechseln. Die wahrgenommene Einfachheit ist in Wahrheit ein hochspezialisierter und professioneller Betrieb.

Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang: Wann liefern Flugsafaris die besten Fotos?

Für Fotografen ist die Flugsafari eine einmalige Gelegenheit, die Landschaft in ihrer ganzen Dramatik einzufangen. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt – Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang – ist jedoch mehr als eine Frage der Lichtstimmung. Sie ist eng mit dem Verhalten der Tiere und den atmosphärischen Bedingungen verknüpft. Beide « goldenen Stunden » bieten einzigartige, aber unterschiedliche fotografische Möglichkeiten.

Der Sonnenaufgang ist die Zeit der Aktivität. Die Luft ist kühl, und Raubkatzen sind oft noch von der nächtlichen Jagd unterwegs. Für die Herden beginnt der Tag. Besonders während der Kalbungszeit in der südlichen Serengeti ist die Dichte an Leben am Morgen überwältigend. Eine Erhebung zeigt, dass die morgendliche Aktivität während der Kalbsaison enorm ist, da bis zu 8.000 Kälber täglich geboren werden. Das Licht am Morgen ist klar und kühl, was scharfe Kontraste und lebendige Farben erzeugt. Eine Ballonfahrt bei Sonnenaufgang bietet zudem die Chance, den aufsteigenden Bodennebel über den Flüssen einzufangen, was eine mystische Atmosphäre schafft.

Kleinflugzeug-Schatten auf goldener Savanne während des Sonnenuntergangs mit Tierherden

Der Sonnenuntergang hingegen taucht die Landschaft in ein warmes, weiches und goldenes Licht. Die Schatten werden lang und zeichnen die Konturen von Tieren und Akazienbäumen dramatisch nach. Dies ist die Zeit für Silhouetten und stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen. Die Tiere sind tendenziell ruhiger und versammeln sich oft an Wasserlöchern, was zu konzentrierten Beobachtungsmöglichkeiten führt. Wie die Experten von DIAMIR Expeditions hervorheben, können selbst die Wetterbedingungen zu einem fotografischen Vorteil werden:

Wenn sich im März gewaltige, dunkle Wolkenberge als Vorboten des ersehnten Regens über der strahlenden Savanne aufbauen, bilden sie den besten Hintergrund dramatischer Tier- und Landschaftsfotografien.

– DIAMIR Expeditions, Tierwanderung Serengeti Guide

Letztendlich gibt es keine falsche Wahl. Der Morgen bietet Klarheit und Aktivität, ideal für Tierporträts und Verhaltensstudien. Der Abend bietet Wärme, Dramatik und emotionale Landschaften. Ein strategischer Fotograf plant idealerweise Flüge zu beiden Tageszeiten, um das gesamte Spektrum der Savanne einzufangen.

Wie Sie 4 Wochen vor Ihrer Reise die aktuelle Herdenposition verfolgen: 3 Tracking-Tools?

Die Verfolgung der „Great Migration“ gleicht dem Versuch, eine Wolke festzunageln. Die wichtigste Erkenntnis vorab: Eine exakte Vorhersage ist unmöglich. Die Bewegung der über zwei Millionen Gnus, Zebras und Antilopen wird einzig und allein vom Regen und dem daraus resultierenden Wachstum frischer Gräser gesteuert. Da die Regenfälle von Jahr zu Jahr variieren, verschieben sich auch die Routen und der Zeitplan der Herden. Statt auf starre Tracking-Apps zu setzen, ist es effektiver, drei strategische Informationsquellen zu kombinieren, um eine bestmögliche Annäherung an die aktuelle Position der Herden zu erhalten.

Die erste und wichtigste Methode ist das Studium historischer Migrationsmuster. Es gibt einen verlässlichen saisonalen Zyklus, der als grober Rahmen dient. Dieser gibt an, in welcher Region sich die Herden zu einer bestimmten Jahreszeit typischerweise aufhalten. Zweitens, nutzen Sie lokale Echtzeit-Informationen. Die verlässlichsten Daten kommen direkt von den Menschen vor Ort. Rufen Sie wenige Wochen vor Ihrer Abreise die Lodges, Camps und Flug-Charter-Unternehmen in Ihrer Zielregion an. Die Piloten und Guides haben den besten täglichen Überblick und wissen genau, wo die Herden am Vortag gesichtet wurden. Drittens, verstehen Sie die saisonalen Schlüsselereignisse. Die Migration ist keine konstante Bewegung, sondern besteht aus Phasen des Verweilens und Phasen der Wanderung. Von Dezember bis März zum Beispiel konzentrieren sich die Herden zur Kalbungszeit im nahrungsreichen Süden der Serengeti.

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die typischen saisonalen Bewegungsmuster, die als Grundlage für Ihre Feinplanung dienen sollte.

Monatsübersicht der Tierwanderung
Zeitraum Location Hauptereignis
Januar-März Südliche Serengeti/Ndutu Kinderstube der Savanne, Kalbsaison
April-Juni Zentrale/Westliche Serengeti Grumeti-Flussüberquerung
Juli-August Nördliche Serengeti Mara-Flussüberquerung nach Kenia
September-Oktober Masai Mara Weiden in Kenia
November-Dezember Zurück zur Serengeti Rückkehr in den Süden

Rundreise oder Einwegstrecke: Welche Routenform spart 2 Tage bei 10-Tage-Safaris?

Bei der Planung einer Safari ist Zeit die wertvollste Ressource. Jede Stunde, die im Transfer verbracht wird, ist eine Stunde weniger in der Wildnis. Traditionelle Safaris im Fahrzeug sind oft als Rundreisen konzipiert, was bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Reise für den Rückweg zum Ausgangspunkt geopfert wird. Hier spielt die Flugsafari ihren entscheidenden logistischen Vorteil aus: die Möglichkeit, effiziente Einwegstrecken (Open-Jaw-Routen) zu gestalten und damit die Netto-Safari-Zeit dramatisch zu erhöhen.

Eine Einwegstrecke bedeutet, dass Sie Ihre Reise an einem Punkt beginnen und an einem anderen, weit entfernten Punkt beenden, ohne dieselbe Strecke zweimal zurücklegen zu müssen. Anstatt nach einer Pirschfahrt stundenlang zum nächsten Camp zu fahren, fliegen Sie in kurzer Zeit direkt dorthin. Wie eine Analyse zeigt, demonstriert die Effizienz von Einweg-Flugrouten, dass man bereits am Nachmittag Ihre nächste Safari unternehmen können, anstatt den Tag im Auto zu verbringen. Bei einer 10-tägigen Safari kann dieser Zeitgewinn leicht ein bis zwei volle Tage ausmachen – Zeit, die Sie stattdessen für zusätzliche Pirschfahrten, Buschwanderungen oder einfach nur zum Genießen der Lodge nutzen können.

Ein klassisches Beispiel ist eine Flugsafari durch Botswana. Eine Route könnte in Maun starten und Sie per Kleinflugzeug tief ins Okavango Delta führen. Von dort fliegen Sie weiter ins Moremi-Wildreservat, dann in die Savute-Region und schließlich zum Chobe-Nationalpark. Die Reise endet an den Victoriafällen in Simbabwe oder Sambia, von wo aus Sie Ihren internationalen Rückflug antreten. Eine solche 12-tägige Reiseroute ermöglicht die Erkundung von vier völlig unterschiedlichen Ökosystemen – vom Wasserlabyrinth des Deltas bis zu den trockenen Ebenen von Savute –, ohne einen einzigen Tag für einen Rücktransfer zu verlieren. Diese Routenform maximiert nicht nur die Zeit, sondern auch die Vielfalt der erlebten Landschaften und Tierwelten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Perspektive der Flugsafari ist ein Analysewerkzeug, das die verborgene « Grammatik » von Ökosystemen wie Wanderkorridore und Wassersysteme sichtbar macht.
  • Die Wahl zwischen Kleinflugzeug und Heißluftballon hängt vom Ziel ab: strategischer Überblick (Flugzeug) versus intime, stille Beobachtung (Ballon).
  • Effiziente Routenplanung, insbesondere durch Einwegstrecken (Open-Jaw), maximiert die erlebte Vielfalt an Ökosystemen und spart wertvolle Reisetage.

Routenoptimierung: Maximale Vielfalt bei minimalen Transferzeiten

Die ultimative Kunst der Flugsafari-Planung liegt in der Routenoptimierung. Das Ziel ist es, eine Reiseroute zu entwerfen, die eine narrative Logik verfolgt und den Reisenden durch eine Abfolge kontrastierender Ökosysteme führt, während die unproduktive Transferzeit auf ein absolutes Minimum reduziert wird. Es geht nicht darum, möglichst viele Orte abzuhaken, sondern eine kohärente Geschichte der Landschaft zu erleben. Dies erfordert eine Abkehr von der traditionellen, ortsgebundenen Planung hin zu einem systemischen Ansatz.

Eine Schlüsselstrategie ist das „Ökosystem-Hopping“. Anstatt mehrere Tage in einer einzigen Region zu verbringen, ermöglicht eine Flugsafari, verschiedene, aber komplementäre Safari-Regionen effizient zu verbinden. So können Sie am Morgen die wasserreichen Kanäle des Okavango Deltas per Mokoro erkunden und am Nachmittag bereits die trockene Kalahari mit ihren an die Wüste angepassten Tieren erleben. Die Transferflüge selbst werden zu Panoramaflügen, bei denen der Übergang von einem Ökosystem zum nächsten aus der Luft sichtbar und verständlich wird. Man sieht, wie das Mosaik der Wasserarme des Deltas allmählich der endlosen Weite der Salzpfannen weicht.

Die Optimierung richtet sich auch nach der Tieraktivität. Die Flüge werden strategisch zwischen die Pirschfahrten am frühen Morgen und späten Nachmittag gelegt – genau dann, wenn die Tiere am aktivsten sind. So wird keine wertvolle Beobachtungszeit verschwendet. Für eine intensive Safari-Erfahrung, die genügend Zeit für die Erkundung mehrerer Ökosysteme lässt, zeigt die Erfahrung, dass eine Dauer von 7-10 Übernachtungen für eine intensive Safari empfohlen wird. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, in jeder Region 2-3 Nächte zu verbringen und tief in die jeweilige Atmosphäre einzutauchen.

Ihr Fahrplan zur optimierten Flugsafari-Route

  1. Ökosysteme definieren: Listen Sie die 3-4 Schlüssel-Ökosysteme auf, die Sie erleben möchten (z.B. Delta, Savanne, Wüste, Flusslandschaft).
  2. Logische Sequenz erstellen: Ordnen Sie die Ökosysteme geografisch logisch an, um eine effiziente Einwegstrecke zu ermöglichen (z.B. von Süd nach Nord).
  3. Aktivitäten zuordnen: Weisen Sie jedem Ökosystem die passenden Aktivitäten zu (z.B. Mokoro im Delta, Pirschfahrt in der Savanne, Bootsfahrt am Fluss).
  4. Zeit pro Ort festlegen: Planen Sie pro Region mindestens 2, besser 3 Nächte ein, um ein Eintauchen ohne Hektik zu ermöglichen.
  5. Flugzeiten prüfen: Stellen Sie sicher, dass die Transferflüge mittags stattfinden, um die Pirschfahrten am Morgen und Abend nicht zu beeinträchtigen.

Eine durchdachte Routenoptimierung ist der letzte Schritt, um eine Flugsafari von einer einfachen Reise zu einer tiefgreifenden Expedition in die Logik der Natur zu verwandeln.

Wenden Sie diese systemische Sichtweise an, um Ihre nächste Reise nicht nur zu erleben, sondern sie wirklich zu verstehen. Die Planung einer solchen Safari erfordert Expertise, um die ökologischen Zonen und die logistischen Möglichkeiten optimal zu verbinden.

Rédigé par Katharina Wolff, Katharina Wolff ist promovierte Verhaltensökologin mit 12 Jahren Feldforschungserfahrung in ostafrikanischen Savannen-Ökosystemen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung hat sie mehrere Langzeitstudien zu Raubtierverhalten und Tierwanderungen durchgeführt und veröffentlicht.